Erkrankungen

Schwerhörigkeit – wenn das Gehör langsam nachlässt

 

Mit Hörgeräten merken die meisten Menschen erst, wie gut es es ist, wieder ganz am Leben teilzunehmen.

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit – auch Innenohrschwerhörigkeit genannt – ist die am meisten verbreitete Ursache für Hörprobleme. Bei dieser Hörschädigung sind die feinen Haarzellen in der Hörschnecke betroffen. Hervorgerufen wird die Innenohrschwerhörigkeit durch Verschleiß und Abnutzung der Haarsinneszellen. Verstärkt und beschleunigt wird sie durch Lärm, Medikamente oder Gifte. Weitere mögliche Ursachen sind Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Innenohr sowie Immunerkrankungen.

Auch der Hörsturz führt zur Innenohrschwerhörigkeit. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Hörstörung. Sie kann im schlimmsten Fall zur Taubheit führen. Bei einem Hörsturz sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Als Folge von Verschleiß entwickelt sich Schwerhörigkeit meistens so langsam, dass sie zunächst kaum bemerkt wird. Durch Gewöhnung vergessen Betroffene mit der Zeit, wie sie eigentlich hören könnten, und verpassen den richtigen Zeitpunkt für eine Hörgeräteversorgung. Dabei sind die heutigen Geräte in der Lage, auch schwierige und komplexe Hörminderungen zu kompensieren.

 

Was ist Tinnitus eigentlich?

 

Wahrheit oder Mythos

Von Tinnitus spricht man, wenn ein Geräusch im Ohr oder im Kopf wahrgenommen wird, ohne dass eine äußere Schallquelle vorhanden ist. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein unspezifisches Symptom, wie dies auch Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit sind. Tinnitus kann aber krank machen.

Es wird zwischen „objektivierbarem“ und „subjektivem“ Tinnitus unterschieden. Die seltenere Form, der „objektivierbare“ Tinnitus, kann nicht nur vom Patienten, sondern auch von anderen Personen gehört werden. Es handelt sich um körpereigene Geräusche, die von der Blutströmung, Kiefergelenksbewegungen, Kontraktionen der Mittelohrmuskeln usw. stammen. Der eigentliche, „subjektive“ Tinnitus wird nur vom Patienten selbst wahrgenommen. Es werden dabei die unterschiedlichsten Tonempfindungen beschrieben: tiefe, hohe, konstante, pulsierende, regelmäßige, unregelmäßige Töne oder Geräusche.

Ein neu auftretender (= akuter) Tinnitus wird oft von einer Erkrankung ausgelöst, die zu Innenohrschädigungen führt. Es gibt zahlreiche Ursachen für das Entstehen von Tinnitus. Stress und psychische Belastung können diesen massiv verstärken.

Ein Tinnitus wird als chronisch bezeichnet, wenn er über längere Zeit oder dauernd wahrgenommen wird. Der Ursprung des wahrgenommenen Geräusches ist nicht mehr das Ohr, sondern die zentrale Hörverarbeitung im Gehirn.

Wie kann man Tinnitus behandeln?

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und orientieren sich an der den Ohrgeräuschen zugrunde liegenden Ursache sowie an Dauer und Schweregrad. Das können medizinische, orthopädische und therapeutische Behandlungen, aber auch das Erlernen gezielter Entspannungstechniken sein. Bei der sogenannten Retraining-Therapie, die schon vielen geholfen hat, arbeiten HNO-Ärzte, Psychologen und Hörakustiker eng zusammen, um die Betroffenen zu unterstützen.

Was können Sie selbst tun?

Das wichtigste ist die seriöse Aufklärung und Information zu Behandlungsmöglichkeiten durch den Spezialisten. Wer aktiv an der Therapie mitwirkt, hat beste Chancen, das lästige Klingeln im Ohr so rasch wie möglich wieder „loszuwerden“.

Bei bekannter Ursache und darauf ausgerichteter Therapie ist die Prognose günstig.

Wir informieren, erklären, begleiten und nehmen uns Zeit für Sie!

 

Hörsturz – der Infarkt im Ohr

 

Ein Hörsturz kann in erwachsenen Alter jeden treffen. Häufig bleibt er nicht folgenlos. Dann helfen Hörgeräte.

Wie der Tinnitus gehört der Hörsturz zu den Störungen des Gehörs, deren Ursachen von der Medizin noch nicht geklärt sind. Ein Hörsturz tritt plötzlich auf und beeinträchtigt das Hörvermögen, allerdings meistens nur einseitig. Das Spektrum reicht von leichter Beeinträchtigung bis zur Taubheit. Experten sprechen auch vom Infarkt im Ohr.

Begleitend kann es auch zu Ohrgeräuchen kommen, Schmerzen treten beim Hörsturz nicht auf. In der Regel verschwinden die Symptome mit der Zeit wieder, wobei das Hörvermögen mehr oder weniger stark beeinträchtigt bleiben kann. Bei einem Hörsturz sollte grundsätzlich und schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Da es beim Hörsturz zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommt, die nicht immer vollständig wieder abklingen, kann eine Versorgung mit Hörgeräten angezeigt sein. In diesem Fall sind wir als Hörakustiker der richtige Ansprechpartner.

 

Morbus Menière

 

Symptome und Therapie

Etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung leidet unter eine Menière-Erkrankung – es hat sich gezeigt, dass bei knapp acht Prozent aller behandelten Schwindel-Patienten ein Morbus Menière die Ursache ist. Oft beginnt die Krankheit mit einer Störung im Tieftonbereich und dem Anzeichen von Ohrdruck, bis die ersten Schwindelanfälle und eine zunehmende Schwerhörigkeit auftreten.
Der plötzliche Anfall mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen kann ohne erkennbaren Anlass zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Meist dauert die Schwindelattacke 10 bis 20 Minuten, es sind aber auch stundenlange Anfälle möglich. Infolge der überfallartig einsetzenden Schwindelanfälle ist der betroffene Patient oft entsprechend verängstigt. Aus Sorge, Anfälle in der Öffentlichkeit zu erleiden, vernachlässigen viele Patienten ihr soziales Leben und ziehen sich mehr und mehr zurück.

Die genaue Ursache des Krankheitsbildes ist nicht bekannt, man ist sich jedoch immer sicherer, dass der Auslöser der Schwindelanfälle und auch die Ursache der Schwerhörigkeit in einem sogenannten Hydrops des Innenohres, also einer pathologischen Druckerhöhung der Innenohrflüssigkeit zu suchen ist.

Eine genaue Analyse der Symptome sowie eine umfangreiche Diagnostik geben rasch Aufschluss.
Es gibt klare Strategien, damit der Patient wieder zu einem normalen, unbeschwerten Leben im privaten und beruflichen Bereich zurückfinden kann.

Wie kann man Morbus Menière behandeln?

Um das individuelle Krankheitsbild zu diagnostizieren und entsprechende Behandlungsschritte einleiten zu können, ist meist ein kurzer stationärer Klinikaufenthalt sinnvoll. Zum einen besteht die Therapie aus der gezielten Anwendung von Medikamenten, zum anderen spielt die psychologische Betreuung und Behandlung eine sehr wichtige Rolle. Sind die angezeigten Therapieschritte eingeleitet, kann der Patient sicher zum Therapieziel geführt werden – einem Leben ohne Schwindelanfälle!

Was können Sie selbst tun?

Wie bei allen Innenohrerkrankungen, spielen bei der Behandlung des Morbus Menière auch ernährungsphysiologische Maßnahmen eine Rolle: Es ist auf eine gesunde und salzarme Ernährung sowie die Vermeidung von Nikotin zu achten. Die Behandlung allfälliger Störungen der Halswirbelsäule und der Kiefergelenke sind ebenso zielführend.